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MBody-Symposium 12. - 14. Juli 2013, E-WERK/Freiburg

MBody-Symposium 12. - 14. Juli 2013, E-WERK/Freiburg

"Spuren 2.0: Medien–Körper–Sinnlichkeit"

Mit dem diesjährigen Symposium der Forschungsgruppe "mbody. künstlerische Forschung in Medien, Somatik, Tanz und Philosophie" vom 12. - 14. Juli 2013 im E-Werk in Freiburg zum Thema "Spuren 2.0: Medien–Körper–Sinnlichkeit" treibt die Gruppe ihre Auseinandersetzung um die Bereiche Körper, Leiblichkeit und Verkörperung/Embodiment weiter voran. Wie bereits bei ihrem ersten Symposium "Spuren. Körpergedächtnisse in Medien, Somatik, Tanz und Philosophie" an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, an dem im Dezember 2008 insgesamt über 500 Interessiert teilnahmen, versammeln sie diesmal in einem Kulturhaus wieder Forschende, Praktizierende und Künstler verschiedener Wissenskulturen. Angestrebt wird eine partizipative Wissensbildung zwischen WissenschaftlerInnen, Kunstschaffenden, Medizinern, Therapeuten, Philosophierenden und einer interessierten Öffentlichkeit. Ebenso soll der Kreislauf zwischen Theorie und Praxis, zwischen SpezialistInnen und Nicht-SpezialistInnen beflügelt werden.

 

Thematisch fokussiert wird auf dem geplanten Symposium auf die leibliche Einbettung des zeitgenössischen Menschen in neue Medien und digitale Weltgeflechte. Dabei sollen die heutigen Verkörperungen des Selbst in der Welt durch die Entstehung von neuen Umweltbezügen und neuer medialer Verbundenheiten untersucht werden. In der leiblichen Sozialisation des "modernen" Menschen geschieht dies u.a. durch die Fetischisierung von Technologien wie Autos, Smartphones und sozialen Netzwerken. Zwischenmenschliche und andere Umweltbeziehungen werden vermehrt wie Dingbeziehungen eines neuen Typs erlebt und gehandelt. Daneben stehen Umweltbeziehungen "älteren" Typus (Naturerfahrungen, Therapie u.a.), in denen die neuen Medien eine geringere Rolle spielen, deren Medialität/Medienbezug aber heute neu thematisier- und problematisier-bar wird.

Natur und Kultur durchmischen sich immer stärker in Formen hybrider Technologien in unseren Landschaften und Körpern. Der Mensch wird zum postmedialen "Dividuum", das seine Handlungsmacht immer mehr an technische und mediale Aktanten abgibt, was nicht nur ethisch, psychologisch und erziehungstechnisch, sondern auch leibkörperlich/psychosomatisch und politisch zu verstehen und zu problematisieren ist. Auf welche Arten und Weisen bedient sich der Mensch heute medialer Techniken und wie formten diese seine Leiblichkeit sowie seine Wahrnehmungs- und Bewegungsformen? Wie lassen sich solche neuartigen Formungs- und Wechselwirkungsprozesse beschreiben? In welchen Bereichen (Medizin, Erziehung, Freizeit, Kunst, Therapie u.a.) finden sie statt und auf welche Weise? Wo lassen sich Unterschiede und Gemeinsamkeiten dieser medialen Verkörperungsformen finden und welche Auswirkungen haben diese auf unseren Alltag und unsere Körpergedächtnisse?

Im Wechsel der Formate zwischen Vorträgen, Lecture Performances, Workshops, Film-, Tanz-, Musik- und Performancedarbietungen sollen diese Fragen, Themen und Problematiken zirkulieren. Es soll eine künstlerisch-forscherische Athmosphäre kreiert werden, die zur Partizipation, das heißt zum Mitdenken und Miterleben ebenso wie zur Diskussion auffordert.

Damit möchte mBody dazu beitragen durch einen erweiterten Begriff von Rationalität/Wahrnehmung den Dualismus zwischen "Körper" und "Denken" zu überwinden. Damit soll ein verkörpert-verkörperndes Verständnis von Wissen/Wissenschaft stark gemacht werden, welches sowohl Wahrnehmung, Sinnlichkeit, reflektionsbezogenes praktisches Handeln als auch das begriffliche Denken als Formen des Begreifens von Wirklichkeit betrachtet und dieses Verständnis von Wissen/Erfahren innerhalb des Symposiums zeigen, ausstellt, befragen und vorantreiben möchte.

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